Die Geschichte von LTE

Bereits in der Einführungszeit des LTE-Vorgängers UMTS zeichnete sich ab, dass dieser neue technologische Standard im Mobilfunk noch lange nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten würde. Durch die rasante Entwicklung im Mobilfunk, insbesondere im Bereich des mobilen Internets, deutete sich schon damals an, dass UMTS allenfalls über ein paar Jahre mit dieser Entwicklung mithalten können würde.

Aus diesem Grund begann man schon frühzeitig, sich mit einer Nachfolgegeneration zu beschäftigen und entsprechende Versuche und Untersuchungen vorzunehmen. Es dauerte schließlich aber bis zum September 2006, als das Unternehmen Siemens Networks zusammen mit der Nomor Research GmbH zum ersten Mal eine simulierte LTE Verbindung mit Live-Applikationen vorgestellt hat. Das System war allerdings noch nicht vollständig ausgefeilt. Doch bereits zwei Monate später im Rahmen der Messe „ITU Telecom World“ in Hongkong konnte dann der erste LTE Demonstrator der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Entwicklung stand fortan natürlich nicht still, sondern es wurde ständig weiter geforscht und optimiert. So gelang es im Frühjahr des Jahres 2007 der Firma Nokia Siemens Networks zum ersten Mal, Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 108 MBit pro Sekunde im Upstream über ein LTE-Versuchsnetz zu übertragen. Erreicht wurde dies, indem für den Versuch zwei kooperierende LTE-Endgeräte benutzt wurden, welche gleichzeitig im selben Frequenzband ihre Daten übertrugen. Das Problem der sich überlagernden Datenströme, die durch diese Technik entstehen, konnte durch die Verwendung bestimmter im MIMO Algorithmen in den Griff bekommen werden, in dem diese die räumliche Distanz der Signale aufspüren konnten und damit fähig waren, sie zu separieren.

Man muss allerdings dazu sagen, dass all diese Versuche und Präsentationen noch nicht auf benutzergerechten Mobilfunk-Endgeräten durchgeführt worden sind. Erst ein Jahr später - im Jahr 2008 - gelang es schließlich dem Unternehmen Ericsson im Rahmen des GSMA Mobil World Congress in Barcelona, eine LTE Verbindung zwischen zwei benutzergerechten und kompakten Endgeräten herzustellen. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung lag hierbei jedoch nur noch bei 25 MBit pro Sekunde, was noch nicht einmal einem Viertel der im Jahr 2007 im Rahmen des Versuchs von Nokia Siemens Networks erreichten Geschwindigkeit entspricht.

Ende 2008 wurde schließlich von der Firma LG der erste einbaufertige LTE Chip vorgestellt. In seiner Datenübertragungsgeschwindigkeit erreicht dieser einen Wert von bis zu 60 MBit pro Sekunde, was etwa der achtfachen Datenmenge einer HSDPA-Verbindung entspricht.

Die ersten kommerziellen LTE-Netze wurden schließlich Ende des Jahres 2009 in Skandinavien - genauer gesagt in Stockholm und Oslo - in Betrieb genommen. Diese Netze befinden sich in ihrer ersten Ausbaustufe und erreichen damit Geschwindigkeiten im Upstream von bis zu 50 MBit pro Sekunde, im Downstream sogar bis zu 100 MBit pro Sekunde. Für das Jahr 2010 ist ein Ausbau dieser Netze geplant, der schließlich die 25 größten schwedischen Städte sowie vier große norwegische Städte umfassen soll.

An LTE in Deutschland flächendeckend angeboten werden soll, ist indes heute noch nicht ganz geklärt. Experten rechnen damit, dass die Technik im Laufe des Jahres 2010 flächendeckend verfügbar sein wird.